Im weißen Rössl

Totgesagte leben offenbar tatsächlich länger. Der Operette war in den letzten Jahren ja schon fast das Lebenslicht ausgeblasen worden. Aber jetzt hat Franz Wittenbrink Ralph Benatzkys „Im weißen Rössl“ reanimiert und mit neuem Schwung auf die Bühne des Hansa Theaters gebracht. Die Kritik Berlin im November 1930. Vor 3500 Zuschauer fand die Uraufführung der Operette… Im weißen Rössl weiterlesen

Heul doch nicht, du lebst ja noch

Keine Schule, die Freunde fort oder verstreut, die Stadt in Trümmern. Orientierungslosigkeit und Hunger bestimmt das Leben der Jugendlichen nach sechs langen Kriegsjahren. Aber immerhin sind sie noch am Leben. Nur können sie überhaupt ihre Zukunft gestalten? Diese Fragen stellt Kirsten Boies Roman „Heul doch nicht, du lebst ja noch“. Julia Bardosch hat ihn mit… Heul doch nicht, du lebst ja noch weiterlesen

Peter und der Wolf von St. Pauli

Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg und das Schmidt Theater stellen eine gemeinsame Produktion auf die Beine. „Peter und der Wolf von St. Pauli“ – Prokofjew und Kiez, kann das funktionieren? Und wie! Vier ausverkaufte Vorstellungen und begeisterter Jubel in Schmidts Tivoli sind der Beweis. Die Kritik Leuchtreklamen werben für Tabledance, das Casino, Astra-Bier oder „die kleinsten… Peter und der Wolf von St. Pauli weiterlesen

Der Überläufer

Gar nicht einfach, einen so komplexes Werk wie Siegfried Lenz’ zweiten Roman „Der Überläufer“ auf die Bühne zu bringen. 1951 entstanden, wurde er erst 2016 nach dem Tod des Schriftstellers veröffentlicht. Zu brisant erschien dem Verlag Hoffmann und Campe seinerzeit ein Text, der sich kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs kritisch mit der Frage nach… Der Überläufer weiterlesen

Die Schönen und das Biest

Sie ähneln einander in ihren Erscheinungen, ihren Bewegungen, ihren Begrüßungsritualen.   Die Komfortzone ist perfekt. Bis plötzlich jemand auftritt, der ganz anders ist. In „Die Schönen und das Biest“ hinterfragt Ceren Oran im Jungen Schauspielhaus spielerisch die Macht der Schönheitsideale.   Die Kritik Es gibt ja immer etwas zu verbessern am eigenen Äußeren: Die Haare… Die Schönen und das Biest weiterlesen

alphabet

Was für ein stiller, poetischer Abend! Der Schweizer Theaterkünstler Thom Luz hat am Deutschen Schauspielhaus das Gedicht „alphabet“ der dänischen Lyrikerin Inger Christensen inszeniert und damit einen Gegenentwurf zum aktuellen Welt-Chaos geschaffen. Die Kritik Was war nochmal die Fibonacci-Folge? Ist sicher nicht jedem geläufig, macht aber auch nichts. Nur so viel: Über die mathematische Formel,… alphabet weiterlesen

Jungs vun de Waterkant – Die Gebrüder Wolf

Wie erzählt man eine Hamburgensie? Ein Allgemeingut der Stadt, das jede und jeder zu kennen glaubt, von allem aber nur ein bisschen weiß? Wie zum Beispiel bei den legendären Gebrüdern Wolf. Theatermacher Ingo Putz hat sich an ihre Geschichte herangewagt und sie unter dem Titel „Jungs vun de Waterkant“ als schwungvolle, gleichwohl nachdenklich stimmende Revue… Jungs vun de Waterkant – Die Gebrüder Wolf weiterlesen

Meisterklasse

Da sprengt einer mal alle Erwartungen. Wer hätte denn gedacht, dass in einem vornehmlich auf Entertainment abonnierten Theater wie dem Schmidt ausgerechnet ein Stück wie Terence McNallys „Meisterklasse“ auftaucht? Und dass der an sich fürs Schräge bekannte Hausherr Corny Littmann einen so feinfühligen, differenzierten Abend mit einer fantastischen Darstellerin inszeniert? Also hingehen und sich selbst… Meisterklasse weiterlesen

Last Call

Treffen sich zwei Stardirigenten in der „Blauen Bar“ des Hotel Sacher. Das ist nicht der Beginn eines Witzes, sondern vielmehr die Grundlage für „Last Call“ von Peter Danish. Das Kammerspiel um die Begegnung zwischen Leonard Bernstein und Herbert von Karajan wurde im April letzten Jahr am New Yorker Broadway uraufgeführt, jetzt hat die gleiche Inszenierung… Last Call weiterlesen

Proof

Ein mathematischer Beweis, der die Wissenschaft aus den Angeln hebt. Den kann nur Genie erforscht haben, ein männliches selbstverständlich. Und wenn nicht? „Proof“ von David Auburn lässt diese Frage lange in der Schwebe, Clifford Deans Inszenierung am English Theatre schürt die Spannung bis zum Schluss.  Die Kritik Den 25. Geburtstag könnte man anders feiern, aber… Proof weiterlesen