My School Musical

Schule- wohl einer der bedeutendsten Abschnitte im Leben, bestimmt durch neue Freundschaften und Spaß, aber auch durch Druck und Enttäuschung. Was diese Zeit für junge Menschen bedeutet, erzählt ironisch, nachdenklich und mit viel Elan das dokumentarische Musiktheaterprojekt „My School Musical“ am Jungen Schauspielhaus.

Foto: Sinje Hasheider

Die Kritik

Das Klassenzimmer mit den gegenüberstehenden Tischen und Stühlen ist zu erkennen. Auch die Treppe in der Mitte mit dem Podest und die silbrigen Glitzerstreifen dahinter. Aber noch trennt ein Gaze-Vorhang die Bühne (Karlotta Matthies) vom Publikum im Jungen Schauspielhaus.  Eigentlich soll es ja gleich losgehen mit der Vorstellung, aber erstens klappt die Technik nicht und zweitens ist die Leiterin der AG kurzfristig suspendiert worden. Also keine Aufführung? Die Schülerinnen und Schüler beschließen, dann doch am besten gleich die ganze Geschichte dieser Produktion von Anfang an erzählen. Und damit geht es erst richtig los im SchauSpielRaumProjekt „My School Musical“. Premiere war bereits im Mai diesen Jahres, aber die Produktion in der Regie von Till Wiebel ist durch die Musik (Leitung: Nico-Alexander Wilhelm) dermaßen schwungvoll und durch die Texte so authentisch, dass alle Vorstellungen ausverkauft waren. Deshalb gibt es in dieser Spielzeit noch einmal weitere Termine. 

Mit „My School Musical“ haben die Jugendlichen für ihr Anliegen eine Bühne bekommen. Es lohnt sich unbedingt, ihnen zuzuschauen.

Mit zwölf Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren – alle Laien, wie bei SchauSpielRaumProduktionen üblich – hat Wiebel das 80minütige Projekt  um das Thema „Schule“ erarbeitet. Schule und Musical – das klingt erstmal nach pinkfarbenen Disney-Serien, nach Rock’n’Roll, großen Autos und romantischer Liebe. All das gibt es in „My School Musical“ nicht. Dafür nutzt die Produktion die Eckpfeiler des Genres, nämlich feste Rollenzuschreibung, Disziplin und Timing. Wie die Profis bewegen sich die jungen Leute über die Bühne, tanzen in energiegeladenen Choreografien, singen solo oder im Chor und spielen live E-Gitarre, Schlagzeug und Klavier. Strahlend erzählen sie mit Schultüten im Arm von der Vorfreude auf die Schule und schmettern „Heute geht mein Leben los“. Wenig später hat sie der Alltag auf den weiterführenden Schulen mit Tests, Leistungsdruck und Mobbing eingeholt. In einem gemeinsamen Referat erklären sie, wo ihrer Meinung nach die Probleme im Schulsystem liegen und welche Lösungsmöglichkeiten sie sehen („gemeinsam gegen das System“). Was sie sich für eine Schule und was für eine Lehrkraft sie sich wünschen, nennt später, wenn alle mit Schärpe und Krönchen (Kostüme: Johann Nepomuk Staffel) die Schule verlassen, jede und jeder einzelne von ihnen. Fehler machen dürfen, gesehen werde, im eigenen Tempo arbeiten können – darum geht es ihnen. 

Mit „My School Musical“ haben die Jugendlichen eine Bühne bekommen, auf der sie ihr Anliegen vorbringen, ernsthaft mit viel Energie und viel Musik. Es lohnt sich unbedingt,  ihnen zuzuschauen.   

Weitere Informationen unter: https://junges.schauspielhaus.de/stuecke/my-school-musical

INFORMATIONEN FÜR LEHRKRÄFTE

Inhaltliche Schwerpunkte
  • Schulalltag
  • Erwartungen an sich selbst und von anderen
  • Kritik am Schulsystem
  • Zivilcourage
  • Vorstellung von idealer Schule

 

Formale SchwerpunKtE
  • Choreografien
  • Songs und Live-Musik
Vorschlag für Altersgruppe/Jahrgangsstufe
  • ab 11 Jahre, ab Klasse 6
  • empfohlen für jeglichen Unterricht, besonders für Deutsch-, Musik- und Theaterunterricht
Zum Inhalt

Die Musical-AG hat unter der strengen Lehrerin Frau Müller-Meier-Schmidt lange für die Premiere geprobt, doch einen Tag vor der Premiere ist die Lehrerin wegen Fehlverhaltens suspendiert worden. Eine Schülerin hat deren Verhalten nicht länger ausgehalten und sich an die Schulleitung gewendet. Die AG ist zunächst ratlos, entscheidet sich dann aber, ihren Werdegang von der Einschulung bis hin zur Musical-Premiere zu erzählen.

 

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