Die Antike lässt sie nicht los. Diesmal geht es Karin Beier um den „Urmythos des rücksichtslosen Imperialismus“, der bereits in der Argonautenfahrt, dem Kampf ums Goldene Vlies und der Geschichte um Medea beschrieben worden ist.

Unter dem Titel „Fremde Sonne“ inszeniert Schauspielhaus-Intendantin Karin Beier ein insgesamt sechsteiliges Projekt, das die Spielzeit 26/27 einläutet. Übergeordnet ist die Frage nach der Wahrheit und wie Wahrheiten entstehen. Die ersten drei Teile („Prolog“, „Zwischenspiel“, „Die Argonauten“) sowie Teil vier und fünf („Medea in Kolchis“, „Medea in Korinth“) werden am Tag darauf gezeigt. Ein Marathon also gleich zu Beginn der Spielzeit, für den ab sofort Tickets mit Frühbucherrabatt erhältlich sind. Später im Jahr wird man die Teile auch einzeln sehen können. Teil sechs folgt dann im Februar. Beier arbeitet wieder mit dem Team vom „Anthropolis“-Projekt, das weiterhin im Spielplan ist, zusammen: Roland Schimmelpfennig (Text), Sybille Meier (Dramaturgie), Johannes Schütz (Bühne), Wicke Naujoks (Kostüm), Jörg Gollasch (Musik).
Insgesamt werden zwölf Neuproduktionen, darunter neun Uraufführungen im Großen Haus und im Malersaal zu sehen sein. Zu den Uraufführungen zählen: „Das Adressbuch“ nach Sophie Calle, Georg Perecs „Weil der Frieden Zucker ist!“, ein Stück von Satoko Ichihara, das sie selbst inszeniert: Arbeitstitel „Ubasute“, „Amadé“, ein Mozart-Projekt, geschrieben und inszeniert von Christopher Rüping, eine Inszenierung von Lena Brasch und natürlich alle Teile von „Fremde Sonne“. Weitere Produktionen sind Horváths „Glaube, Liebe, Hoffnung“, „Felicia Zellers „Der Fiskus“ und wieder etwas vom Erfolgsduo Barbara Bürk/Clemens Sienknecht, das sich diesmal „Buddenbrooks“ vornimmt, „- allerdings mit anderen Texten und auch anderer Melodie“.
Ein kurzer Ausblick auf das Junge Schauspielhaus
Im Jungen Schauspielhaus spielen sie ebenfalls Horváth mit „Jugend ohne Gott“ (14+) , dann „Fucking fucking schön“ (14+), „Die fürchterlichen Fünf“ (6+), und „Drei Dinge, die bleiben, und ein Junge, der verschwindet“ (15+). Die Stückentwicklung „Nimmerland“ (8+) wird wieder aufgenommen, Mit „Wir Räuber“ (13+) wird eine SchauSpielRaum-Produktion gezeigt, ebenso mit „Das Blaue vom Himmel“ (10+). „ALPHA“ (13+) setzt die Reihe der erfolgreichen postgraduierten Projekte fort. Und dann gibt es in beiden Häusern ja auch noch die Repertoire-Vorstellungen. Um die Feierabendgestaltung muss sich niemand Sorgen machen.